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Die Suche nach dem umweltfreundlichsten FLUG

Mit der Rückkehr der Reisefreiheit sind für viele auch Flugreisen gen Süden zurückgekehrt. Doch auf die Luftfahrt wartet nach dem größten Einschnitt ihrer Geschichte bereits die nächste Herausforderung: der Klimawandel schreitet voran und eine einfache Flugreise kann einschneidend für die individuelle Klimabilanz sein. Doch bei Fernreisen oder limitierten Urlaubstagen ist der Umstieg auf Alternativen oft nur unter Einschränkungen möglich...

(© Foto: unsplash.com - jeshoots.com)

Das junge Berliner Startup GruenerFliegen.de ist im April dieses Jahres den ersten Schritt zu CO2-neutralem Flugverkehr gegangen. Als unabhängige Online-Flugsuche bietet das Unternehmen eine Kombination aus umweltbewussten Flügen und freiwilliger CO2-Kompensation an. So wird es Reisenden ermöglicht, den eigenen Fußabdruck durch einen umweltfreundlicheren Flug zu reduzieren und den Rest zu kompensieren.

Die Zukunft von Urlaubsreisen ist grün

Bei GruenerFliegen.de können Reisende ihre Flüge nicht nur nach Preis und Flugzeit vergleichen, sondern auch den Umwelteinfluss jedes einzelnen Fluges sehen. Während der gesamten Flugsuche werden Reisende transparent über die Optionen und Kosten zur Kompensation der CO2-Emissionen informiert. Die Flüge können dann über Partnerunternehmen von GruenerFliegen.de gebucht und eine freiwillige Kompensation der CO2-Emissionen direkt über zertifizierte Umweltorganisationen geleistet werden. Flüge, welche die Umwelt überdurchschnittlich belasten, können bei GruenerFliegen.de gar nicht erst gebucht werden.

Der Gründer von GruenerFliegen.de, Philipp Gablenz, hat über 20 Jahre Erfahrung in der Luftfahrtbranche und wollte gerade jetzt etwas ändern: „Es kann beim Fliegen in der Post-Corona-Zeit nicht mehr um den billigsten Preis gehen. Auch der Umwelteinfluss wird eine entscheidende Rolle bei Flugbuchungen spielen und dem Umweltbewusstsein der Reisenden muss Rechnung getragen werden. Lange hatte ich mich selbst gefragt, warum wir bei Lebensmitteln, Autos, Häusern und sogar bei Bitcoins wissen, wieviel schädliches CO2 durch ihren Verbrauch oder Nutzung verursacht wird – beim Fliegen aber nie. Da passte etwas nicht zusammen“, sagt Gablenz.

Fortschrittlicher Pragmatismus

Moderne Treibstoffe, Flugzeugtechnik und die Optimierung der Infrastruktur sind kurzfristig nicht in der Lage in der Breite umweltfreundlich zu sein. Philipp Gablenz zeigt sich überzeugt von der freiwilligen Kompensation als Übergangsmodell: „Es ist egal, wo auf der Welt das CO2 eingespart wird. Wichtig ist, dass es ein sinnvolles, zertifiziertes Projekt ist. Bei GruenerFliegen.de vertrauen wir ausschließlich auf den CDM Gold Standard und unsere Partner von atmosfair. Durch die transparente Darstellung der Emissionen schaffen wir neue Entscheidungsgrundlagen und mit der Option auf Kompensation stehen wir für einen fortschrittlichen Pragmatismus.“

Aktuell ist GruenerFliegen.de in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie unter fly.green in den Vereinigten Staaten und Großbritannien verfügbar. Künftig will das Unternehmen neben dem Fliegen auch andere Reisearten einbinden, insbesondere die Bahn. Aber auch Mietwagen und Hotels will das Unternehmen auf seiner Plattform integrieren. So soll zunehmend die gesamte Reisekette eingebunden und das Urlaubsreisen nachhaltig gemacht werden. Denn langfristig bleiben Urlaubsreisende zentral im Fokus, während Geschäftsreisende auf weniger Reisen und nachhaltige Transportmittel umstellen. „Der Traum vom Reisen vereint uns alle. Es ist wichtig zu reisen und dabei andere Länder und Kulturen zu entdecken. Jedoch muss man nicht für jedes 10-Minuten-Meeting nach London oder Paris jetten. Hier glaube ich, dass beispielsweise auch die Reisebudgets in Unternehmen künftig nicht mehr in Euro, sondern in Kilogramm CO2 aufgestellt werden“, so Gablenz.

 

Philipp Gablenz von gruenerfliegen.de (© Logo und Foto: agile enterprise GmbH)

Autor: Moritz Flößler


© Bildmaterial: unsplash, pixabay, agile enterprise GmbH

14. September 2021

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