Asien | Südasien

Zeitloses Stranden im Luxus MALEDIVEN

Michael Schumacher tauchte hier ab. Sein Bruder Ralf, glaube ich, auch. Des Weiteren Stars aus dem Showgeschäft, Unternehmer … Eins ist mal sicher: Sie wissen, wo man das Leben genießen kann.

Ankommen auf der Insel Kanuhura (Foto: Kanuhura Resort)
Kanuhura Resort

Knapp eine Dreiviertelstunde nach dem Take-off in Malé geht ein kollektives „Wow!“ durch unser 17-sitziges Maldivian Air Taxi. In einem weiten Bogen setzen der Captain und sein Co-Pilot mit der De Havilland Canada DHC-6 Twin Otter zur Landung an. Unter uns: ein touristischer Traum. Kanuhura, auf Deutsch „Die Insel in der Ecke“.

Kanuhura liegt im nordöstlichen ­Zipfel des Lhaviyani-Atolls. Eine echte Naturschönheit. Etwa 1.000 Meter lang, 200 Meter breit. Im Zentrum ­üppiges Grün, außen herum schneeweißer Korallensand. Umspült von kristall­klarem Meer mit einem ­kräftigen Touch Türkis, das uns im nächsten Moment als Landebahn dient.

Unerwartet sanft dockt das Wasserflugzeug am Holzsteg an. Und was mich nun erwartet, würde jedem Staatsgast zur Ehre gereichen. In blütenweißem Outfit stehen sie dort Spalier: ­Philipp Larisch, der aus Köln stammende ­Sales & Marketing Manager des Kanuhura, und einige leitende Mitarbeiter seines Teams. Sie heißen jeden Neuankömmling auf der Insel per Handschlag herzlich will­kommen, offerieren Champagner und andere Erfrischungen. Eine neunköpfige Band begleitet uns auf dem Weg zur Rezeption. Mit eingängiger Percussion. Es ist der Sound der Insel – intensiv, mit­reißend und zugleich total entspannt.

„Good morning, Mr. Raimond – have a nice day!“

Das Einchecken dauert kaum eine ­Minute. Denn eigentlich wurde ­diese Formalität bereits in der ­gepflegten Keema Lounge des Resorts am Malé International Airport erledigt, ­während wir auf unseren Transferflug warteten. Und offenbar hat die interne Kommunikation funktioniert: Jeder hier auf dem Eiland scheint mich zu kennen. Von allen werde ich mit Namen angesprochen. „Good morning, Mr. Raimond!“ – „How are you, Mr. Raimond?“ – „Have a nice day, Mr. Raimond!“ Ich komme mir vor wie ein VIP …

Dieses Gefühl verstärkt sich, als Mohammed mich zu meiner Unterkunft geleitet. Mohammed ist mein Villa Host – mein privater Butler mit der Aufgabe, mir jeden organisatorischen Wunsch zu erfüllen. 24 Stunden am Tag. Ein Service, den ich während meines Aufenthalts nicht ein einziges Mal in Anspruch nehmen werde. Aber ich bin mir sicher, der charmante ­Mohammed würde seine Aufgabe gewissenhaft und mit Freude erfüllen.

An der Eingangstür meiner Strand­villa empfängt mich ein hölzernes Schild. Mit meinem Vornamen drauf. Eine nette Geste. Und auch in meinem Urlaubsdomizil fühle ich mich sofort wohl. Der Wohnraum ist sehr geräumig, die Einrichtung geschmackvoll. Viel handgearbeitetes Holz, Raffiabast und Bambus. Bettwäsche aus ägyptischer Baumwolle, darauf ein „Willkommen“-Gruß aus Orchideenblättern komponiert. Das rührt das Herz! Eine große Glasschiebetür führt hinaus auf eine Veranda. Im Hintergrund plätschert das Meer an den weißen Strand. Praktisch: Es gibt einen separaten Raum mit Minibar, Schreibtisch, Garderobenschränken. Und ein riesiges Badezimmer mit großer Badewanne. Es ist nur zum Teil überdacht. Die Dusche befindet sich – selbstverständlich vor fremden Augen sichtgeschützt – in einem kleinen Steingarten unter freiem Himmel. Das erscheint im ersten Moment befremdlich, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran. Das Duschen im Freien vermittelt einem das Gefühl, eins zu sein mit der Natur. Warm genug dafür ist es ja ­ohnehin auf den Malediven.

Insgesamt bietet Kanuhura 95 Luxusvillen an. In fünf Kategorien: 62 m2 große Strandvillen; doppelt so ge­räumige Duplex Strandvillen für ­große Familien oder Gruppen; Grand Strandvillen mit 188 m2 Wohnfläche; und schließlich auf Holzpontons 20 Wasservillen von 125 bzw. 135 m2 Größe mit direktem Zugang ins kristallklare Meer. Alle Luxusvillen sind aus Naturmaterialien erbaut und mit jeglichem Komfort ausgestattet – Sat-TV, Safe, DVD-Player, Hifi-Anlage, Breitband-Internet etc.

Wer schon mal auf den Inseln war oder darüber gelesen hat, der weiß, dass die Malediven – wörtlich übersetzt: Inselkette – im Indischen ­Ozean liegen, südwestlich von Sri Lanka in unmittelbarer Nähe des Äquators. Die Insel-Republik erstreckt sich in nord-südlicher Richtung über rund 870 Kilo­meter und besteht aus 1.190 Koralleninseln, die grüppchenweise auf 26 Atolle verteilt sind. Es ist ein bedrohtes Paradies. Denn die Inseln ragen im Durchschnitt nur gut einen Meter aus dem Ozean heraus und aufgrund von Erderwärmung und Polschmelze könnten sie in einigen Jahrzehnten im Meer versunken sein.

Nur etwa ein Fünftel der maledi­vischen Inseln ist bewohnt. Aber alle haben ihre Bestimmung. Sie dienen entweder als Kokosnuss-Plantagen, als Deponie für den Abfall, als Standort für eine Thunfischfabrik. Oder eben für eine exklusive Hotelanlage wie Kanuhura. Auf jeden Fall lohnt sich ein wenig Insel-Hopping, begleitet von einem kompetenten Guide wie Abdul. Der 46-Jährige ist Moslem, wie 99 Prozent der Malediver, und sehr stolz auf die sozialen Errungenschaften seines Heimatlandes – die medizinische Versorgung, das Schulwesen, den Arbeitsmarkt.

„Wer will, der findet bei uns auch einen Job“, sagt Abdul. „Aber er muss nicht jede Arbeit machen. Zum Straßenfegen und für die Müllentsorgung haben wir ja unsere Gastarbeiter aus Bangladesh …“ Abdul selbst arbeitet auf Kanuhura. Und er arbeitet gern dort. Wie alle seine Kollegen. Die rund 300 Angestellten der 6-Sterne-Anlage wohnen auf der Hotelinsel in einem Dorf für sich, sogar mit eigenem Fußballplatz. Hinter den Kulissen des Gästebereichs gibt es auch eine Pflegestation für Orchideen und Chefkoch Gaetanto Sgroi hat hier liebevoll einen Kräutergarten angelegt.

Apropos Gastronomie. Die hat auf Kanuhura wirklich Weltklasse-­Niveau. Im Restaurant „Olive Tree“ werden À-la-carte-Gerichte aus dem Mittelmeerraum, Holzofen-Pizzen, frische Pasta, gegrillte Meeresfrüchte und Steaks serviert. Das Hauptrestaurant „Thin Rah“ veranstaltet bisweilen Themenabende, an denen abwechslungsreiche Speisen an offenen Kochstationen zubereitet werden.

Das Lhaviyani-Atoll – ein Eldorado für Taucher

Im „Veli Café“ am Strand bietet der Chefkoch persönliche Kreationen im ­Stile der Asian Fusion Cuisine an. Und wer es noch intimer mag, der lässt sich die­ kulinarischen Genüsse quasi zu Hause, in der Urlaubsvilla, servieren. Oder bestellt ein lauschiges Private Dinner auf der Schwesterinsel Jehunu­hura inklusive Bootstransfer.

Es stimmt, was Philipp Larisch sagt: „Auf Kanuhura finden ­Reisende in einer modernen und stilvollen Umgebung das perfekte, entspannte Inselerlebnis.“ Ja, es ist das ultimative Erlebnis, im Luxus zu stranden. Ein Konzept, das aufgeht. Denn Kanuhura räumt eine touristische Auszeichnung nach der anderen ab – World Luxury Hotel Award: World Best Luxury Private Island Resort; Asia Pacific Hotel Award: Best Resort Hotel in Maldives; Trip Advisor Certificate of Excellence: Selection of the Best Hotels in Maldives. Wohlgemerkt – das sind nur die Awards aus dem vergangenen Jahr. Würde man sämtliche Auszeichnungen seit der Eröffnung des 6-Sterne-Resorts im Jahr 2001 auflisten, wäre dieser Text annähernd bis zur Autorenzeile unten gefüllt.

Stattdessen möchte ich lieber erwähnen, dass das Lhaviyani-Atoll ein absolutes Eldorado für Taucher ist. Sein Riff beinhaltet mehr als 40 Tauchgründe, die zu den schönsten der Welt zählen sollen. Was Volker Lottmann, ein engagierter Unterwasserfotograf und Fachautor, am Abend bestätigt. Mit glänzenden Augen präsentiert ­Lottmann auf dem Display seiner ­Kamera Aufnahmen, wie er mit riesigen Mantarochen und lustigen Clownfischen um die Wette schwimmt.

Meine Welt hingegen ist eher das Asian-Style Spa auf Kanuhura. Zwar habe ich keinen Schimmer, was die junge Dame da mit mir im Rahmen der einstündigen Theyo Dhemun Massage ­alles angestellt hat, ich weiß nur eins: Es hat ungemein gutgetan.

Noch heute kann ich mir den Duft des Rosenöls in diesem Wellness-Tempel ganz schnell und mühelos ins Gedächtnis rufen. Oder die ­weiche Abendluft der Tropen, das Aroma der köstlichen Currys auf der Restaurant-Terrasse unter Palmen, die unendliche Höflichkeit der Menschen … Ich muss mich nur im Bürostuhl zurücklehnen und mit halb geschlossenen Augen an die Wand gegenüber schauen. Denn dort hängt ein schlichtes Holzschild. Mit meinem Namen drauf.

Luftaufnahme Kanuhura (Foto: Kanuhura Resort)
Kanuhura Resort

Raimond Ahlborn

Fotos: Kanuhura Resort

24. Juni 2016

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